Kurzgeschichten zum nachdenken und lachen
Kurzgeschichten sind knappe Darstellungen eines Geschehens, welche geradlinig eine Lösung oder den offenen Schluss anstreben. Die Beurteilung des Geschehens bleibt jedoch meist offen und dem Leser vorbehalten.
Ihren Ursprung haben Kurzgeschichten im Angloamerikanischen mit Ende des Bürgerkriegs (short stories). In Deutschland kam sie nach dem zweiten Weltkrieg auf.
Kurzgeschichten fangen immer unmittelbar in der Geschichte an, beleuchten einen kurzen Lebensabschnitt, behandeln meist alltägliche Geschehen (einen Konflikt, schicksalhafte Ereignisse besondere Erlebnisse)und erhalten ihre Wertigkeit durch Worte, Gesten und Gegenstände. Sie fesseln den Leser oft langfristig, verführen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und berühren die Seele oft weitreichend. Die dargestellte Situation ist unmittelbar nachvollziehbar.
Komprimiert umfassen sie das gewählte Thema und schweifen nicht in Unwichtigkeiten ab. Wort für Wort scheint wohl überlegt. Mit stilistischen Mitteln der jeweiligen Autoren wird der Kurzgeschichte Ausdruck verliehen. Die Nähe zur Alltagssprache ist jedoch meist gewollt.
Kurzgeschichten spiegeln das jeweilige Zeitgefühl wider. Es sind Geschichten von gewitzten Kindern, von gescheiterten Erwachsenen, von sich streitenden und hassenden Ehepaaren, von einsamen, schrulligen und zänkischen Alten, von Einsamkeit, Traurigkeit, von Mitgefühl und Liebe. Das Ende ist meist unvermutet und der Höhepunkt der Geschichte. Die oft am Ende erfolgte Peripetie, das unerwartete Umschlagen der Handlung, berührt, fesselt und gibt oftmals noch viel später Anlass zum Vergleich mit sich selbst.